Ochs und Esel haben Berlin übernommen
Warum die Enteignung von Wohnungen keinen neuen Wohnraum schafft – und weshalb manche aus der Geschichte offenbar nichts lernen wollen. Von Honeckers letzten Gewissheiten, sozialistischer Geschichtsverklärung und der bemerkenswerten Vorstellung, man könne Wohnungsmangel durch Enteignungen beseitigen. Ochs und Esel haben Berlin übernommen „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.“ Mit diesen Worten versuchte Erich Honecker am 14. August 1989, die Überlegenheit des Sozialismus zu beschwören. Knapp drei Monate später fiel die Berliner Mauer. Honecker war da bereits Geschichte, die DDR wenig später ebenfalls. Man könnte meinen, die Geschichte hätte damit ein ziemlich eindeutiges Urteil gesprochen. Ich dachte das. Niemand wird je wieder auf die Idee kommen, ein Staat sei der bessere Wohnungseigentümer. Die Fahrt durch verrottete ostdeutsche Städte und Ortschaften kurz nach dem Mauerfall war mir Beweis genug. Aber offenbar ist Geschichte nicht jedermanns Sache. Jede...