Der Mensch kehrt zum Mond zurück - Endlich.
Bild der Erde aufgenommen von NASA Astronaut und Artemis II Commander Reid Wiseman am 02. April 2026. Nicht von mir.
Die Artemis-Mission hat natürlich viele Komponenten. Auch geologische. Aber vor allem politische.
Warum?
Am 06. April 2026 war die Crew von Artemis-2 weiter von der Erde entfernt als je ein Mensch zuvor. "Mit einer Distanz von jetzt mehr als 400.171 km haben sie den bisherigen Rekord übertroffen, der bei Apollo 13 im Jahr 1970 aufgestellt wurde, teilte die NASA mit". Toll. Was zum Geier soll das überhaupt?
Der einzelne Start einer Artemis kostet etwa 4 Milliarden Dollar. Die Quellen legen nahe, dass das Artemis Programm bis 2030 inklusive Landung auf dem Mond den Steuerzahler zwischen 120 und 150 Milliarden Dollar kosten wird. Also 110 bis 140 Milliarden EUR. Eine Wahnsinnssumme.
Aber, halt, werden Sie sagen: Die Regierung Merz plant bis 2030 eine Schuldenaufnahme Deutschlands von 800 bis 1.000 Milliarden EUR. Für, richtig: nichts. Den eigenen Machterhalt. Für die Bürokratie. Im Vergleich dazu kostet die Mondmission kleines Geld. Gut investiertes Geld, wie ich meine. Aber was bekommt man eigentlich? Strategische Präsenz und Ressourcen
Der Mond ist heute ein geopolitischer Raum. Wer dort zuerst dauerhaft präsent ist, setzt Standards. Der bestimmt den Zugriff auf Ressourcen, insbesondere das Wasser, das Eis am Südpol. Er hat die Kontrolle über Infrastruktur im cislunaren Raum. Eben eine technologische Führungsrolle
Der Mond ist das neue strategische Hochplateau – nicht militärisch im klassischen Sinn, aber infrastrukturell. Deswegen gehen die Missionen gezielt zum Südpol des Mondes.
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| Die Pole des Mondes, links der Südpol. Farbig: Eisvorkommen. Quelle: Nasa |
Den hier gibt es nachweislich Wassereis. Das ist entscheidend, denn Wasser und Sonne bedeutet: Trinkwasser und Sauerstoff. Es bedeutet Wasserstoff und Raketentreibstoff. Der Mond kann zur Tankstelle im All werden. (Für Cem Özdemir: Nein, Elektroauto geht nicht, man braucht synthetischen Kraftstoff. Sowas gibts wirklich.). Das reduziert Kosten für Missionen massiv. Wer dort produziert, hat einen strukturellen Vorteil für alles, was danach kommt. also etwa den Flug zum Mars, zu den Asteroiden und darüber hinaus.
Der Mond ist das Trainingslager für den Mars. Der Mond ist nah genug für Tests – aber hart genug, um ernst zu sein: Extreme Temperaturen, Strahlung ohne Schutz, Logistik ohne Fehlerverzeihung. Alles, was hier funktioniert, ist ein Baustein für spätere Missionen zum Mars. Ohne Mondbasis kein realistischer Marsflug.
Markt
Natürlich wird der ein oder andere deutsche Michel sagen: "Das kann auch nur einem Liberalen einfallen, den Mond und die Mondmissionen aus marktwirtschaftlicher Perspektive zu betrachten". Und wird Angst haben: "Das geht doch alles gar nicht, wer weiß, was da alles passieren kann". Tja, ob mit oder ohne uns: Der nächste Markt entsteht gerade. Raumfahrt war lange staatlich. Das ändert sich. Private Anbieter übernehmen Transport, Infrastruktur und Services. Auch in der Wissenschaft: Es gibt Grundlagenwissen, das man nur dort bekommt. Ein unverfälschtes geologisches Archiv und Standort der Astronomie, etwa für z. B. Radioteleskope auf der Mondrückseite ohne Störsignale. Das sind keine Nebeneffekte, sondern Kerninteressen. Es entstehen neue Wertschöpfungsketten für Rohstoffe, Energie und Daten. Langfristig: Produktionsstätten außerhalb der Erde. SpaceX, Blue Origin und andere positionieren sich bereits. Die Frühphase eines Marktes.
Symbolik
Der Mensch braucht große Projekte. Er braucht Ziele. Er braucht Perspektive.
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| Bild: "Earthrise". NASA Bild-ID: AS08-14-2383. Aufnahme: 24.12.1968, Apollo 8. Original 2.400 x 2.400 Pixel, hier auf ca. 2.400 x 1.700 geschnitten |
Natürlich ist das nur was für die, die Lust auf Zukunft haben. Nichts für zeitgenössische deutsche Verbrennungsphobiker. Nichts für Menschen, mit Angst vor lokalen Entropieansammlungen und Thermodynamik. Und natürlich ist es ein Treppenwitz der Geschichte, dass ausgerechnet Donald Trump Treiber dieser Mission ist.
Die Artemis-Mission gab und gäbe es natürlich auch ohne ihn. Aber, er war es, der darauf drängte, das wieder Schwung in die Sache kam. Ehrlich ich gehe nicht davon aus, dass er das tat, weil er den Nutzen für die Menschheit sah. Sondern weil er Erfolge für sich braucht. Weil er von den zahlreichen innen- und außenpolitischen politischen Katastrophengebieten ablenken muß, die er hinterlassen wird. Sein Freund Elon Musk, der ja ganz offensichtlich auch niemanden hat, der neben ihm herläuft, um ihm "memento mori" ins Ohr zu flüstern, lag mit SpaceX lange in Führung beim technologischen Rennen um die Mond-Mission. Und, treue Leser wissen es, obwohl ich aufhörte Musk zu respektieren, als er anfing für Trump zu tanzen – Raptor ist besser als RS-25, weil wiederverwendbar. und Helden
Huch? Sterblichkeit? "Wiederverwendbar"? Bin ich doch Grüner geworden, dass mir solche Worte über die Tastatur kommen? Nein, keine Angst. Meine freie demokratische Grundhaltung, die keiner versteht, die kommt mir so schnell nicht abhanden. Ich bekenne - für mich sind Menschen, die sich 10 Tage in eine Raumkapsel einsperren lassen um damit den Mond zu umrunden, Helden. Hinterm Mond gibts kein Netz, keinen doppelten Boden. Dafür jede Menge hochenergetische schwere Ionen und Protonen. Gegen die sich zu wehren nicht so einfach ist, wie man glauben könnte. Und genau die Verbesserung der Techniken dazu wiederum ein Grund für die Mission ist.
Aber da sind wir doch wieder am Anfang: Der Mensch gehört da nicht hin, hinter den Mond. Nicht auf den Südpol, weder den lunaren noch den terrestrischen. Warum also der ganze Aufriss? Gibt es nicht genug Probleme auf der Erde zu lösen? Mit dem für die Mission verbrauchten Kraftstoffäquivalent von etwa einem halben Millionen Liter Benzin könnte Luisa Neubauer mehrmals mit Greenpeace in die Antarktis und zurück fliegen und schippern. Warum eigentlich weiß ja auch niemand. Grund
Wir machens trotzdem. Wir machens deswegen. Wir machen es, weil wir nicht alle gleich sind, aber den freien Austausch, den Wettstreit lieben. Weil wir neugierig sind. Weil wir uns nicht vorschreiben lassen, nach was wir zu streben haben.
Um dem Grund auf den Grund zu gehen muß man schon nach der zentralen Frage fragen: Warum macht der Mensch überhaupt irgendwas? Nur weil andere ihm sagen, dass er das machen soll? Weil er es machen muß, um zu überleben? Weil angeborene Instinkte ihn treiben? Oder gibt es eben doch den freien Willen, die Macht der Entscheidung? Das Streben nach Erkenntnis? Ist die Mondmission nicht eben doch Ausdruck der Suche nach Selbstbestimmung des Menschen? Der Emanzipation von dem, was andere für richtig und falsch halten?
Eins weiß ich sicher: Merz hätte sich besser 100 Milliarden Sondervermögen für einen Mondflug gepumpt.
Weit, weit weg
Quellen / Links
Bild "Erde": Image Credit: NASA/Reid Wiseman
Heise: News
Nasa: News
Geschätzte Kosten der Artemis Mission bis 2030. Von ChatGPT genutzte Quellen
Geschätzte Verschuldung der Bundesregierung bis 2030. Von ChatGPT genutzte Quellen
Nicht zu lange in den Abgrund schauen
Idiot
Schlau
Markt
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