Wird jetzt alles gut?

 Wolfgang Kubicki kandidiert als Bundesvorstandsvorsitzender der FDP.

Traditionell schlägt der Vorsitzende auch "seinen" Generalsekretär vor. Kubicki hat wohl Martin Hagen aus Bayern erkoren. 

Nach der Bekanntgabe hat der bisherige Vorsitzende Christian Dürr seinen Verzicht auf die Kandidatur erklärt. Vermutlich gilt das auch für die bisherige Generalsekretärin Nicole Büttner. Im Rennen ist aktuell weiter Henning Höne aus Nordrhein-Westfalen, bisher wie Kubicki stellvertretender Bundesvorsitzender. 

Und: Ulf Poschardt kandidiert natürlich nicht. Ich schätze seine politischen Ansichten. Seine Texte. Als Journalist. Er handelt richtig, wenn er sich seine Unabhängigkeit bewahrt, sich nicht in die Löwenhöhle einer parteipolitischen Position begibt.

Was bedeutet das für die FDP?

Zunächst mal: Ich beobachte das parteipolitische Spektakel ja nun schon eine ganze Weile. Klar, aus der Brille des Freien Demokraten. Dennoch: Der betriebene Personenkult ist albern. Der Kult wird durch die Öffentlichkeit, durch die Medien erzeugt. Er ist nicht von den Parteien gewollt, von mir jedenfalls bestimmt nicht. Er ist unvermeidlich. Die Menschen wollen Identifikationsfiguren haben. Und sich dann beschweren, es wäre alles eine "One-Man-Show", nur "auf eine Person zugeschnitten" und gar nicht demokratisch. Das ist der Preis, den ernsthafte Politik in der populistischen Demokratie zu zahlen hat. Genauso wie die unvermeidlichen "Altersheim" Kommentare. Kein Problem.

Aber natürlich ist gerade dem freien Demokraten dieser "Erlöserkult" fremd. Weder hat Dürr was falsch gemacht, noch wird Kubicki die freie Welt retten.

Aber

Es wird einen Vorstandsvorsitzenden der FDP geben und es muss einen Vorstandsvorsitzenden der FDP geben. Das ist für die Partei sowohl nach innen als auch nach außen wichtig. Denn die Frage, auf deren Beantwortung einige (?) viele (?) warten, ist natürlich die, wie sich die FDP in Zukunft positionieren wird. Wie sich die Partei neu erfinden wird. Und die Person des Vorsitzenden hat in dieser Frage Gewicht. Ich werde am 30. / 31. Mai in Berlin sein. Hoffentlich. Und die personelle Frage als Delegierter zu beantworten haben. Ich bin gespannt, was mir der Kreisverband dazu für Hausaufgaben mitgibt.

Denn meine persönliche Referenz ist klar: Alter weißer Mann mit großer Klappe gerne mal politisch unkorrekt, der sich, zumindest laut Handelsblatt, "des Öfteren im Ton ... vergreift" – ich sehe da Parallelen. 

„Ich habe die Ausstrahlung eines Kühlschranks.“

Nicht doch Wolfgang. Eine coole Socke zu sein, dafür muss man sich nicht entschuldigen. 

Quellen / Links

Zeuner

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