Endlich! Erbschaftssteuer weg!

 Der Parteitag der Freien Demokraten 2026 war in vielerlei Hinsicht spannend. Ich fand vor allem die inhaltlichen Diskussionen wichtig.


Endlich. Auf dem Parteitag wurde beschlossen, die Abschaffung der Erbschaftssteuer in das Programm der FDP aufzunehmen. Und das ist richtig. Denn Erbschaftssteuer ist Raub. Ich sag es gleich: John Stuart Mill hatte recht. Aber wer glaubt, er würde heute nicht ebenfalls für die Position der FDP zur Erbschaftssteuer stehen, der irrt sich.

Mill hatte Recht

Mills Grundgedanke war es, zu unterscheiden zwischen Einkommen und Vermögen, das jemand selbst durch Arbeit, Sparsamkeit oder Unternehmertum erworben hat und Vermögen, das jemand ohne eigene Leistung allein durch Geburt erhält. Das ist ein zutiefst liberaler Gedanke. Wichtig: Mills hielt es für gerecht, dass Menschen die Früchte ihrer eigenen Arbeit behalten dürfen. Sinngemäß schrieb Mill in seinem Werk Principles of Political Economy"Es gibt keinen Grund, warum jemand allein aufgrund seiner Geburt über unbegrenzte Reichtümer verfügen sollte."

Zur Einordnung: Mills Fokus lag darauf, Leistung zu belohnen. 

Aber

Er lebte in der Zeit der Monarchie, in der Erbschaftssteuer zwischen einem und zehn Prozent lag. Eine Zeit, in der der Durchschnittsverdienst gemessen in heutiger Kaufkraft bei etwa 3.000 Dollar pro Kopf lag. In Deutschland liegt dieser Wert heute bei über 50.000 Dollar, also 1.600 Prozent mehr. Demgegenüber waren "große Erbschaften" das Vermögen, die Ländereien, also der "Betriebsbesitz" der Adligen. Eben das, was heute Milliardäre vererben würden. Und die tun das in der Regel ohnehin steuerfrei, als Betriebsvermögen. Eine Mittelschicht, über die wir hier diskutieren, gab es praktisch nicht. 

Philosoph und Ökonom John Stuart Mill

Die Zeiten sind vorbei. Der Feudalismus, zumindest in Deutschland, wurde abgeschafft. Heute geht es darum, dass die Mittelschicht ihr geerbtes Elternhaus verkaufen muss, weil der Fiskus unmittelbar 90.000 EUR sehen will. 

Leistung

Die man im Zweifel nicht hat. Nicht das Betriebsvermögen, die Ländereien, die Schlösser, die Fabriken die Mills meinte wird erbschaftsbesteuert - das ist in Deutschland steuerfrei. Die paar Kröten, die man sich zusammengespart hat, um seinen Kindern ein besseres Leben zu gönnen. Geld, das man sich hart erarbeitet hat. Das man bereits versteuert hat. 

Es ist auch richtig, dass im Hochsteuerland Deutschland gerade die Leistung, das Einkommen, die Schaffung von Mehrwert extrem hoch besteuert wird. Substanz dagegen moderat. Aber, die Schlussfolgerung daraus kann doch nicht sein, die Substanz genauso hoch zu besteuern wie die Leistung. Die Konsequenz muß das Gegenteil ein: Substanzbesteuerung weg und Steuern auf Einkommen, Mehrwert, und unternehmerischen Erfolg SENKEN. Nicht dem Toten Bürger weiter und noch tiefer in die Tasche greifen, sondern die Lebenden zu unterstützen, Vermögen aufzubauen, für das Alter vorzusagen. DAS müsste das Ziel sein. Denn:

Merz und Klingbeil

Da sind noch Merz und Klingbeil. Die es nicht schaffen, trotz einer Billionen neuer Schulden, das zu tun, wofür wir eigentlich Steuern zahlen – Gemeinschaftsaufwendungen zu finanzieren. Heißt der Staat kommt mit seinem Geld nicht aus, auch wenn man die Einnahmen verdoppelt. Die Gleichung, die der Deutsche so sehr liebt: Mehr Steuern = mehr Gemeinwohl – die ist einfach falsch. Der Staat kann mit Geld nicht umgehen. Er hat klebrige Finger. Er füttert die eigenen Kinder, die Bürokratie, die Ministerien, die Ämter fett. Und braucht immer mehr und mehr. Das eine Prozent Steuereinnahmen, das der nimmersatte Staat durch den Wegfall der Erbschaftssteuer weniger hätte – der rettet die beiden nicht. Aber er führt Deutschland wieder ein Stück in die Richtung der sozialen Marktwirtschaft. 

Das haben auch die Schweden begriffen. Dort wurde die Erbschaftssteuer 2004 abgeschafft. 2007 übrigens auch die unsinnige Vermögenssteuer. Seitdem ist der IKEA-Besitzer Ingvar Kamprad wieder nach Hause gekommen. Und warum sollte man solche erfolgreichen Unternehmer vertreiben wollen?

PS

Es ist natürlich jeder frei, diesem Staat soviel Geld zu geben wie er will. Wer dem Bund freiwillig Steuern überweisen möchte, nimmt das offizielle Schuldentilgungskonto des Bundes. Dieses wurde 2006 eingerichtet und wird von der Bundeskasse bei der Deutschen Bundesbank geführt.

Empfänger: Bundeskasse Halle/Saale
Bank: Deutsche Bundesbank, Filiale Leipzig
IBAN: DE17 8600 0000 0086 0010 30
BIC: MARKDEF1860
Verwendungszweck: Schuldentilgung

Keine Angst: Es ist keine Spende, es gibt keine Spendenquittung. Der Betrag bleibt voll versteuert.

Quellen / Links

FDP Darmstadt-Dieburg: Auf dem Parteitag
Mathias Zeuner: Erbschaftsstuer ist staatliches raubrittertum
https://mathiaszeuner.blogspot.com/2026/01/erbschaftssteuer-ist-raub.html
Liberty Fund – Principles of Political Economy

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Streckensperrung im AfD Land

Altersvorsorge

Frontalaufprall