Sie ist weg
Bärbel Bas war eine fleißig arbeitende und treue
Sozialdemokratin.
Ich wünsche Bärbel Bas die Kraft zur Bewältigung ihres Schicksalschlages. Möge ihr die
Auszeit guttun. Aber natürlich muss es auch die Auseinandersetzung mit ihrem politischen Wirken und dessen Bewertung geben.
Ein ehemaliger, ebenso falsch besetzter deutscher Minister hätte
gesagt: Sie ist nicht gescheitert, sie hat nur aufgehört, ihren sozialdemokratischen Verwaltungsjob an der Spitze
des Ministeriums zu machen. Gut also, dass sie geht. Aber besteht Hoffnung, dass nun ein visionär-strategischer Kopf mit der Kraft und dem Willen zur grundlegenden Neugestaltung nachfolgt? Aus der hirntoten Amthor-CDU sicher
nicht und die SPD löst sich ja gerade auf. Und Lauterbach. Mal sehen
Du
Seit einiger Zeit war ich per DU mit ihr. Nicht, dass sie das wüsste.
Aber unter Bikern duzt man sich. Ihre sympathisch naive Unkenntnis der
Straßenverkehrsordnung gefiel mir. Ich zitiere:
... Sie, ja ausgerechnet DIE Bärbel Bas, die ich nur als Kämpferin für
einen streng autoritären sozialistischen Staat kenne. Als eine, die
dafür streitet, dass der kleine Mann auch ja klein bleibt, sich nicht
entfaltet, sondern nur für den Staat buckelt. Die zu den Waffen
ruft, um gegen die Freiheit des mittelständischen Arbeitgebens, des
wirtschaftlichen Strebens nach Erfolg in Deutschland zu Felde zu ziehen.
Die jene bekämpft, die ihr berufliches Schicksal in die eigenen Hände
nehmen wollen und nicht auf den Staat vertrauen – ausgerechnet die
rebelliert im Straßenverkehr und widersetzt sich den Regeln! Schlängelt
sich durch den Stau, erwartet von Autofahrern, ihr Platz zu machen! Die
Presse schäumt, die Polizeigewerkschaft ist entsetzt, dass eine Bundesministerin zum rechtswidrigen Verhalten aufruft.
Oder wohl eher über so viel Freizügigkeit. Ich freue mich. Heimlich.
Innerlich. Ein kleines bisschen.
Da hört die Freude dann aber auch auf. Bas wurde zum Hindernis des
notwendigen kontinuierlichen demokratischen
Erneuerungsprozesses.
Antiquiert
Ein Beispiel von vielen: Sie
blockierte
die dringend notwendige grundlegende Liberalisierung des antiquierten
deutschen Arbeitszeitgesetzes. Unverzichtbar für den Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Was notwendig wäre, ist klar – weg vom Arbeitszeitmodell des Jahres 1918,
hin zu Regelungen, die den aktuellen Erfordernissen der Arbeitswelt
entsprechen. DA wäre man ja mal froh, wenn der Gesetzgeber überhaupt bei den
Faxgeräten ANKOMMEN würde. Zu schweigen von Computern, Internet und KI.
Weg mit starren Arbeitszeitregelungen, weg mit der staatlich verordneten
Bürokratie bei der Arbeitszeiterfassung, hin zu flexiblen Modellen mit
Autonomie von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Freiheit
vor der sozialistischen Nanny. Die, natürlich, das Gegenteil wollte:
Flexibilisierung nur über Tarifverträge, dafür verpflichtende
elektronische Arbeitszeiterfassung mit detaillierten
Dokumentationspflichten. Halt 1918.
Mutlos
Nicht anders bei der Rente. Statt sich der demografischen
Realität
zu stellen und die Altersversorgung grundlegend neu zu denken, ließ Bas
mit dem Rentenpaket 2025 erst einmal das Rentenniveau von 48 Prozent bis
2031 festschreiben und die Mütterrente ausweiten. Bezahlt wird aus
Steuermitteln. Allein die Stabilisierung des Rentenniveaus wird den
Bundeshaushalt nach Berechnungen ihres eigenen Ministeriums 2031 rund elf
Milliarden Euro zusätzlich kosten. Jährlich weitere fünf Milliarden für
die Mütterrente. Die grundlegende Reform der langfristigen Finanzierung?
Noch nicht umgesetzt. Statt die Ursachen anzugehen, werden erst einmal die
Symptome mit Steuergeld behandelt. Zukunftsgestaltung auf
sozialdemokratisch: Wir versprechen heute, bezahlen morgen und überlassen
die Rechnung denjenigen, die noch gar nicht wählen dürfen. Fairerweise:
Die Union hat das Rentenpaket mitgetragen. Verantwortung für die Zukunft
sieht anders aus. Auch bei der CDU.
Aus
Christian von Stetten, Vorsitzender des Parlamentskreises "Mittelstand"
der CDU/CSU Bundestagsfraktion, brachte es im September 2026 auf den
Punkt:
"Die Ministerin ist nicht mehr tragbar. Seit Monaten blockiert sie die
Reformen, die unser Land so dringend braucht.“
Klar, wir reden hier immer noch von der CDU. Was man dort unter
"Reformen" versteht, ist ja bekannt. Dass sogar Sozialdemokraten zu Reformen fähig sind wurde ja schon beobachtet. Aber Bärbel saß eben falsch rum im Sattel. Hätte ihre Harley einen Rückwärtsgang, hätte sie den wahrscheinlich überwiegend benutzt.
Wie geschrieben, ich wünsche Frau Bas die Kraft zur Bewältigung ihres
Schicksalsschlages. Dann schauen wir mal. Wie es der designierte Nachfolger
Alexander Schweitzer macht. Auch er gilt als "gewerkschaftsnah". Ob ihn das
für die Notwendigkeiten der Entwicklung Deutschlands im Jahr 2026 ebenso
blind macht wie seine Vorgängerin, bleibt abzuwarten. Immerhin hat er
praktische Regierungserfahrung. Er wird mit einem Satz zitiert, der hoffen
lässt:
„Wir sind manchmal zu technokratisch. Die Menschen wollen nicht nur
bürokratische Antworten in Spiegelstrichen.“
Da stimme ich ihm schon mal zu. Denn Deutschland fehlt es nicht an fleißigen Politikern, die bestehende Systeme verwalten. Es fehlt an Politikern, die den Mut haben, diese Systeme grundsätzlich infrage zu stellen. Und die Kraft, sie anschließend auch tatsächlich zu verändern.
Quellen / Links
Bärbel ist weg
Bärbel hat was gegen Regeln
Bärbel hat was gegen Arbeitgeber
Bärbel hat was gegen Männer. In Maßanzügen.
Bärbel blockiert
Bärbel ist mutlos
Bärbel ist nicht mehr tragbar
Bärbel kriegt Punkte
Bärbel ist nicht allein schuld
Bärbel kriegt die Krise
Bärbel hätte das nicht über die Lippen bekommen
Bärbel wurde langweilig

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